Wenn du Onlinekurse verkaufst oder sonst im Onlinebusiness unterwegs bist, kommt früher oder später diese Frage: welche Zahlungsanbieter gibt es überhaupt, und welche taugen etwas? Ich habe mir diese Frage lange selbst gestellt, und die Erfahrung, die ich daraus mitgenommen habe, gebe ich dir gerne mit.

Das Wichtigste vorweg: jeder Zahlungsanbieter hat seine Vor- und Nachteile. Das darfst du für dich selbst anschauen, und das verändert sich auch wieder. Am Anfang war ich überzeugt, dass ich mich für immer auf einen Anbieter festlegen muss. Genau das hat mich zurückgehalten. Aber meine Bedürfnisse haben sich mit der Zeit geändert, und darum auch mein Zahlungsanbieter.

Heute ist mein Favorit Digistore24. Wieso das so ist, verrate ich dir am Ende. Zuerst schauen wir uns die einzelnen Anbieter an. Sie sind alle verschieden.

Alle Gebühren in diesem Artikel entsprechen dem Stand September 2026, ohne Gewähr. Zahlungsanbieter passen ihre Preise immer wieder an, prüfe die aktuellen Konditionen darum direkt beim jeweiligen Anbieter.

Nicht jeder Zahlungsanbieter handelt gleich

Nicht jeder Zahlungsanbieter ist gleich, und nicht jeder arbeitet gleich. Das ist wichtig zu wissen, bevor du dich für einen entscheidest. Genau das macht bei den Gebühren einen Unterschied, teilweise einen ganz erheblichen.

Ich unterscheide drei Kategorien.

Reine Zahlungsabwickler sind Plattformen, bei denen du im Grunde nur einen Link oder eine Integration auf deiner Website hast. Deine Kunden zahlen direkt, und das Geld landet auf deinem Konto beim Anbieter, du kannst es jederzeit auf dein Bankkonto auszahlen lassen.

Bei Kursplattformen mit eigener Zahlungsanbindung bleibst du rechtlich selbst der Verkäufer. Das ist oft von Vorteil, weil du hier häufig tiefere Gebühren hast, und je nach Anbieter sind verschiedene Dienstleistungen direkt integriert. Das macht diese Kategorie interessant.

Bei Plattformen mit Reseller-Modell übernimmt der Anbieter den Verkauf rechtlich in seinem eigenen Namen. Du bist dann nicht mehr selbst der Verkäufer, sondern übergibst diese Rolle an den Anbieter. Deshalb dauert die Freigabe eines neuen Produkts bei diesen Anbietern oft länger, sie prüfen genauer, weil sie rechtlich dafür geradestehen. Der Vorteil liegt vor allem bei der Rechnungsstellung, dazu später mehr.

Reine Zahlungsabwickler

PayPal

PayPal kennt praktisch jeder deiner Kunden, das senkt die Hemmschwelle beim Bezahlen. PayPal ist ein reiner Zahlungsabwickler: du bindest den Bezahlbutton auf deiner Verkaufsseite ein, dein Kunde bezahlt, das Geld geht direkt an dich. Die Auszahlung kannst du jederzeit selber bestimmen.

Für direkte Links oder die Integration bei einem Onlineshop wie WooCommerce ist PayPal meist die einfachste und schnellste Möglichkeit.

Grundgebühr: keine, du bezahlst nur bei einem Verkauf

Gebühren pro Verkauf: 3,4 % plus Festgebühr bei Inlandszahlungen in der Schweiz, bei Zahlungen aus dem Ausland kommen weitere Prozentpunkte dazu

Die genaue Übersicht findest du bei PayPal: paypal.com/ch/business/paypal-business-fees

Stripe

Stripe ist weniger bekannt als PayPal, dafür sind die Gebühren im Vergleich etwas günstiger. Ich hatte Stripe lange mit meiner WordPress-Website verbunden, über die Zahlungsintegration von WooCommerce. So bin ich überhaupt erst zu Stripe gekommen, und wie einfach das lief, hat mich positiv überrascht.

Stripe ist ebenfalls ein reiner Zahlungsabwickler, keine eigene Verkaufsplattform. Du bindest ihn direkt in deine Website oder dein Kurstool ein. Deine Kunden bezahlen dort mit Kreditkarte, TWINT oder weiteren Zahlungsmethoden, und das Geld landet direkt auf deinem Stripe-Konto.

Grundgebühr: keine, du bezahlst nur bei einem Verkauf

Gebühren pro Verkauf: rund 2,9 % plus CHF 0.30 bei Kartenzahlungen aus der Schweiz, rund 3,25 % bei internationalen Karten

Die aktuelle Übersicht findest du direkt bei Stripe: stripe.com/de-ch/pricing

Ob PayPal oder Stripe, beide sind einfach zu bedienen. Bei beiden kannst du zudem einen direkten Bezahllink erstellen und ihn über deine Website, WhatsApp oder Facebook teilen.

Kursplattformen mit eigener Zahlungsanbindung

Du bleibst rechtlich selbst der Verkäufer, die Zahlung läuft über dein eigenes Stripe- oder PayPal-Konto, das Tool bündelt Kursbereich, Checkout und meist E-Mail-Marketing drum herum.

Tentary

Tentary hatte ich auch im Einsatz, und Tentary ist umfangreich. Du kannst hier den Onlinekursbereich, Landingpages, Newsletter und einen Shop integrieren. Das heisst, theoretisch brauchst du gar nichts anderes. Auch deine eigene Domain kannst du mit Tentary verbinden.

Alles ist hier sehr einfach gehalten, und genau da sehe ich den grossen Vorteil: kein grosses Design-Hickhack, simpel und fertig.

Die Zahlung läuft über dein eigenes Stripe-, PayPal- oder Mollie-Konto. Früher ging das nur über Stripe, mittlerweile hast du bei allen drei Anbietern die Wahl.

Grundgebühr: ab 10 EUR/Monat im Start-Plan, 29 EUR im Grow-Plan, 99 EUR im Scale-Plan

Gebühren pro Verkauf: 2,9 % im Start-Plan, 1,9 % im Grow-Plan, 0,9 % im Scale-Plan, dazu kommen die Gebühren deines gewählten Zahlungsanbieters

Die genaue Übersicht findest du bei Tentary: tentary.com/de/pricing

alfima.io

Hier darf ich schreiben, dass ich diese Plattform nicht kenne und noch nie genutzt habe. Dennoch verbreitet sich alfima stark und bietet verschiedene Funktionen. Es lohnt sich auf jeden Fall, sie dir genauer anzuschauen.

Grundgebühr: 49 EUR/Monat im Basic-Tarif, 69 EUR/Monat im Pro-Tarif

Gebühren pro Verkauf: 1 EUR plus 4 %, darin sind die Gebühren von Stripe und PayPal bereits enthalten

Die genaue Übersicht findest du bei alfima: alfima.io

Chimpify

Chimpify habe ich für den Website-Aufbau kennengelernt, weil du damit ganze Websites erstellen kannst. Zudem kannst du bei Chimpify Online-Kurse erstellen und mit einer Zahlungsmöglichkeit verbinden. Die Zahlung läuft via PayPal oder Stripe.

Grundgebühr: ab rund 25 EUR/Monat, abhängig von der Anzahl deiner Kontakte

Gebühren pro Verkauf: keine eigene Transaktionsgebühr von Chimpify, es gelten die Gebühren deines verbundenen Zahlungsanbieters

Die genaue Übersicht findest du bei Chimpify: chimpify.de/preise

Anbieter im Reseller-Modell

Diese Anbieter verkaufen in ihrem eigenen Namen und übernehmen Rechnung und Steuer für dich. Eine eigene Kursplattform gehört nicht bei allen automatisch dazu: Digistore24 und CopeCart sind in erster Linie Zahlungsanbieter mit angeschlossenem Affiliate-Marktplatz, für Kurs-Hosting brauchst du dort ein separates Tool. Ablefy hat die Kursplattform direkt eingebaut.

CopeCart war mein erster Anbieter in dieser Kategorie. Am Anfang war mir vieles daran fremd, bis ich richtig in Bewegung kam und den ganzen Ablauf einmal durchgegangen war. Genau das ist typisch für diese Kategorie: deine Angebote werden geprüft, bevor du sie verkaufen kannst. Am Anfang hat mich das gestört, weil ich warten musste, bis alles freigegeben war, und nicht direkt loslegen konnte.

Trotzdem hat das einen riesigen Vorteil. Als Schweizerin verkaufe ich öfter auch nach Deutschland, und dann müsste ich mich eigentlich um die deutsche Mehrwertsteuer kümmern. Bei diesen Anbietern fällt das weg. Wenn du weltweit verkaufen willst, ist genau das der riesige Vorteil. Die Gebühren sind hier zwar meist höher, dafür steckt auch mehr Dienstleistung dahinter. Darum bin ich in dieser Kategorie gelandet.

Auch die Auszahlung läuft hier nicht einfach so. Die Anbieter müssen Rückgabefristen und Widerrufsbedingungen beachten, deshalb kann es einige Tage dauern, bis du dein Geld bekommst. Oft gilt zusätzlich eine Auszahlungslimite, die du zuerst erreichen musst, bevor überhaupt ausbezahlt wird.

CopeCart

CopeCart war mein erster Anbieter, den ich genommen und auch getestet habe. Alles lief sauber. Der einzige Punkt, der mich hier gestört hat: es gab keine 100 %-Gutscheine. Wenn jemand eine Zahlung nicht leisten konnte und ich die Zahlung trotzdem über CopeCart abwickeln wollte, damit zum Beispiel die Anbindung zum Onlinekurs direkt integriert war und ich das nicht einzeln machen musste, musste die Person mindestens einen Euro bezahlen. Das war der einzige Grund, der mich gestört hat. Ansonsten ist CopeCart wirklich toll.

Grundgebühr: keine, du bezahlst nur bei einem Verkauf

Gebühren pro Verkauf: 4,9 % plus 1 € pro Transaktion

Die genaue Übersicht findest du bei CopeCart: copecart.com/de/preise

Ablefy

Ablefy habe ich als Kursplattform ebenfalls getestet, wichtig dabei: das war nur ein Test, ich hatte Ablefy nie aktiv im Verkauf. Ich finde die Plattform sehr gut aufgebaut. Du kannst hier je nach Abo wählen, ob du im Reseller-Modell verkaufen willst oder im eigenen Namen, dem sogenannten Seller-Modell. Auf jeden Fall ein Anbieter, den man sich gut anschauen kann, er wird im Onlinemarketing sehr häufig verwendet.

Grundgebühr: ab 39 EUR/Monat im Essential-Tarif, 69 EUR im Advanced-Tarif, 129 EUR im Pro-Tarif, 549 EUR im Premium-Tarif

Gebühren pro Verkauf: im Seller-Modell 1 bis 3,9 % plus 0.50 €, im Reseller-Modell 1,5 bis 7,5 % plus 1 €, abhängig von Tarif und Umsatzvolumen

Die genaue Übersicht findest du bei ablefy: ablefy.io

Digistore24

Digistore24 ist bei bekannten Anbietern sehr verbreitet, ähnlich wie PayPal. Das ist ebenfalls ein Vorteil: viele kennen die Plattform bereits, und die Hemmschwelle beim Kauf ist dadurch ein Stück kleiner. Zusätzlich bringt Digistore24 einen grossen Affiliate-Marktplatz mit, über den du dein Produkt zusätzlich bewerben lassen kannst.

Wieso Digistore24 mein Favorit ist, erkläre ich dir gleich im Detail.

Grundgebühr: keine, du bezahlst nur bei einem Verkauf

Gebühren pro Verkauf: 7,9 % plus 1 € bis zu einem Preisanteil von 400 €, danach sinkt der Prozentsatz auf 4,9 % beziehungsweise 2,9 % bei Vorkasse

Die genaue Übersicht findest du bei Digistore24: help.digistore24.com

Wieso Digistore24 mein Favorit ist

Nach einigen Tests und dem Vergleich verschiedener Angebote bin ich bei Digistore24 gelandet. Der Hauptgrund war, wie oben schon erwähnt: ich wollte mich um die Mehrwertsteuer-Abrechnung und die Rechnungen nicht mehr kümmern. Ich wollte einen Reseller, der mir das abnimmt, damit ich mich damit nicht mehr beschäftigen muss.

Wie bei CopeCart erwähnt, mit den 100 %-Gutscheinen: bei Digistore24 habe ich alle Möglichkeiten von Gutscheinen, auch 100 %-Gutscheine. Auch wenn sich das im Moment vielleicht komisch anhört, ist das für mich ein riesiger Vorteil. Digistore24 ist sehr verbreitet, und ich habe gute Möglichkeiten, es mit meiner Kursplattform und meinem Newsletter zu verbinden, die ich beide separat führe. Digistore24 hat dafür überall Schnittstellen. Andere Anbieter oft auch, aber in meinen Augen ist Digistore24 hier der Marktführer und mein Favorit. Darum lohnt es sich für mich manchmal, einen 100 %-Gutschein zu machen: der Verkauf bringt die Leute dann direkt in meine Kursplattform mit Login, ohne dass ich das separat machen muss. Genau das ist einer der grossen Vorteile von Digistore24.

Zudem finde ich den Affiliate-Marktplatz bei Digistore24 sehr interessant: du kannst dein Produkt über Affiliates anbieten lassen und musst dich um nichts mehr kümmern.

Das ist für mich der Grund, wieso ich mich effektiv für Digistore24 entschieden habe. Mein Ziel war weniger administrativer Aufwand: weniger zu tun mit Affiliate-Auszahlungen, Rechnungen schreiben, Mehrwertsteuer und so weiter. Genau das brachte mich zu Digistore24.

Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt einige Fragen bei der Einrichtung von Digistore24, und der Support war schneller, als ich gedacht hätte, obwohl das offiziell nicht so auf der Website stand. Ich hatte an einem Samstag einen superschnellen Kontakt, der mir sehr weitergeholfen hat, und die Freigabe meiner Produktdaten war am nächsten Montag sofort da.

Jeder Anbieter hat, wie gesagt, seine Vorteile. Digistore24 ist einer der teureren. Trotzdem habe ich mich dafür entschieden, weil es mir persönlich sehr viel Arbeit abnimmt, und diese Arbeit kostet auch Geld, wenn ich mich um alles selbst kümmern müsste.

Was am Ende zählt

Darum solltest du in meinen Augen nicht einfach Anbieter und deren Gebühren vergleichen. Wichtiger ist die Frage: was ist dein Ziel?

Willst du einfach, schnell und jederzeit ausbezahlt werden, passt eher PayPal oder Stripe. Willst du vieles unter einem Dach haben, passt eher eine All-in-one-Plattform. Willst du flexibel sein und deinen administrativen Aufwand reduzieren, passt eher ein Reseller.

Aber egal, was du suchst und was du willst: denk daran, du kannst jederzeit wechseln. Du und dein Business wachsen und verändern sich, und damit verändern sich auch deine Bedürfnisse.

Und ganz ehrlich: Wenn du gerade erst startest, ist der Zahlungsanbieter oft gar nicht die Hauptfrage, sondern loszulegen. Willst du Kursanmeldungen oder Beratungen annehmen, reicht am Anfang auch eine E-Mail oder ein Kontaktformular. Mach es dir leicht und wachse.