Ich werde in letzter Zeit oft gefragt, ob sich der Wechsel von WordPress zu einer mit Claude erstellten Website überhaupt lohnt.
Meine Antwort ist: in vielen Fällen ja.
Denn eine Website mit Claude zu erstellen hat viele Vorteile gegenüber WordPress oder anderen Systemen wie Wix, Joomla, Jimdo und Co. In erster Linie natürlich die Einfachheit der Bedienung und die Stabilität der Website. Dennoch gibt es Fälle, bei denen ich WordPress weiterhin empfehle, vor allem wenn es um Kundenlogins und Zahlungsdaten auf der Website geht. Das kann Claude zwar auch, hier bin ich dennoch vorsichtig und zurückhaltend. Wenn dich das interessiert und du nicht sicher bist, ob ein Wechsel sinnvoll ist, dann kontaktiere mich.
Heute möchte ich aber konkret auf den Wechsel eingehen. Denn ein Wechsel von WordPress zu einer Website, die mit Claude erstellt wird, ist etwas anderes als eine neue Website aus dem Nichts. Es hängt schon etwas an deiner bestehenden Seite, das du nicht einfach zurücklassen willst und solltest.
Hier sind die Punkte, die du bei einem Wechsel im Auge behalten solltest, dieselben, die ich bei jeder Übernahme prüfe, bei meinen Kunden genauso wie bei meiner eigenen Website.
1. Google kennt bereits deine Website
Deine einzelnen Inhaltsseiten sind bei Google bekannt. Und das ist mehr wert, als es aussieht. Google kennt sie, verlinkt sie, zeigt sie in den Ergebnissen.
Wenn beim Wechsel die Adressen anders aufgebaut sind, verlierst du diesen Wert. Deine alte Seite /dienstleistungen/webdesign und deine neue Seite /webdesign sind für Google zwei komplett unterschiedliche Seiten, auch wenn der Inhalt identisch ist. Ohne Weiterleitung von der alten zur neuen Adresse fängst du bei null an, und das kann Monate kosten, bis du dort wieder stehst, wo du vorher warst.
Die Lösung ist eine sogenannte 301-Weiterleitung für jede einzelne alte Adresse. Das ist keine grosse Technik, aber es muss gemacht werden, und zwar bevor die alte Seite verschwindet.
2. Deine Plugins machten mehr, als dir bewusst ist
Ein WordPress-Plugin für SEO hat im Hintergrund ständig etwas erledigt: Meta-Beschreibungen, eine Sitemap, strukturierte Daten für Google. Ein Sicherheits-Plugin hat Angriffe abgewehrt. Ein Formular-Plugin hat deine Kontaktanfragen entgegengenommen und weitergeleitet.
Mit Claude fällt ein grosser Teil davon einfach weg, weil es die Probleme, die diese Plugins lösen sollten, so gar nicht mehr gibt.
Keine Logins bedeuten weniger Angriffsfläche.
Kein Update-Kreislauf bedeutet keine Update-Konflikte.
Trotzdem bleiben ein paar Dinge übrig, die du bewusst mitnehmen musst: die Sitemap, die Seitenbeschreibungen, ein funktionierendes Kontaktformular. Das entsteht nicht von selbst, nur weil du gewechselt hast. Du musst es bei Claude einfordern und sagen, was du möchtest.
3. Deine Inhalte brauchen eine saubere Struktur, nicht nur den Text
Beim Kopieren von Texten von der alten zur neuen Seite geht schnell etwas verloren, das man nicht sofort sieht: die Überschriften-Hierarchie. Ein Titel ist eine H1, ein Zwischentitel eine H2, und so weiter. Das sieht optisch oft gleich aus, ist aber für Google und für KI-Systeme wie Claude oder ChatGPT, die deine Seite lesen, ein wichtiger Hinweis darauf, was wichtig ist und was nicht.
Dasselbe gilt für Bilder. Ein Alt-Text, der beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist, geht beim Kopieren gerne vergessen, weil man ihn nicht sieht, wenn man nur auf die Optik schaut.
Hier alles nochmals durchzugehen sehe ich aber als einen riesigen Vorteil. Du wirst staunen, was alles Altes und nicht mehr Passendes bei den Texten zum Vorschein kommt.
Achte trotzdem darauf, dass dir Claude eine gute Überschriften-Hierarchie erstellt und auch Alt-Texte übernimmt oder neu erstellt.
4. Google muss deine neue Seite erst wieder kennenlernen
Auch mit perfekten Weiterleitungen braucht Google etwas Zeit, um die neue Version deiner Seite zu erfassen. Über die Google Search Console lässt sich das beschleunigen: die neue Sitemap einreichen, die wichtigsten Seiten einzeln zur Indexierung anmelden. Das ersetzt nicht die Geduld, die es trotzdem braucht, aber es hilft, den Prozess nicht unnötig zu verlängern.
5. Es braucht oft auch neue Entscheidungen
Zum Beispiel verzichtete ich beim Blogartikel bewusst auf Kommentare. Bei WordPress sind diese einfach drin. Mit Claude hätte ich sie neu erstellen müssen, und das wäre etwas aufwändiger gewesen. Also entschied ich mich, sie gar nicht mehr einzuführen.
Zudem hatte ich Plugins installiert, die im Hintergrund aktiv waren, wie zum Beispiel mein heissgeliebtes Pretty Links. Auch daran darfst du denken. Was willst du übernehmen, auf was willst du bewusst verzichten, und was darf aufgeräumt werden?
Nicht jede WordPress-Funktion ist nach aussen sichtbar. Mach dir bewusst, was du davon wirklich willst. Claude kann vieles erstellen, es geht mir hier eher darum, dass du dir das bewusst machst und es nicht vergisst.
Was das für dich bedeutet, wenn du auf eine Website mit Claude wechseln möchtest
Fast alles geht und ist auch nicht kompliziert. Schliesslich macht hier fast alles Claude.
Aber Claude macht es nicht von selbst.
Genau das sehe ich immer wieder: die neue Seite ist fertig, sieht gut aus, und dann brechen die Besucherzahlen ein, weil niemand an die Weiterleitungen gedacht hat.
Wenn du deine Website mit Claude erstellst oder von WordPress dorthin wechselst, gehören diese Punkte für mich genauso dazu wie die eigentliche Gestaltung.
Benötigst du hier Hilfe? Kontaktiere mich, oder schau dir meinen Kurs Easy Website mit Claude an.
