Prompt rein und Website raus? Ist es wirklich so einfach, eine Website zu erstellen? Diese Frage wird mir häufig gestellt, und sie ist berechtigt. Ich verstehe sie sofort.

Die ehrliche und vereinfachte Antwort lautet: ja, das kannst du. Du schreibst dem KI-Tool Claude einen Satz, und nach wenigen Minuten hast du etwas, das aussieht wie eine Website. Mit Menü, mit Startseite, mit Kontaktseite.

Ich rede das nicht klein. Es hat sich etwas verändert, und ich arbeite selber jeden Tag so.

Kurz vorweg, weil es mir wichtig ist: du sollst eine gute Website haben, die Kunden bringt und die einfach zu bedienen ist. Und nicht einfach etwas, das nach Website aussieht.

Hier kommen sechs Stellen, an denen der Unterschied zwischen den beiden entsteht. Nimm sie als Checkliste für deine eigene Seite, egal ob du sie mit Claude erstellst oder erstellen lässt.

1. Claude macht genau das, was du sagst

Das ist der grösste Vorteil und gleichzeitig der grösste Haken.

Claude setzt zuverlässig um, was du bestellst. Sage ich, mach mir hier eine Sektion mit drei Angeboten und darunter einen Button, dann steht das dort. Genau deshalb arbeite ich damit.

Nur bestellst du eben nichts, was du nicht siehst.

Meine Partnerin erstellt gerade ihre Website selber mit Claude, und ich unterstütze sie dabei. Sie ist sehr gut darin und hat eine Menge Spass. Die Website sieht optisch perfekt aus. Und trotzdem sehe ich in Sekunden Dinge, die sie von sich aus nie umsetzen würde. Eine saubere Ordnerstruktur für die Suchmaschinen zum Beispiel. Oder eine korrekte Gliederung der Überschriften. Oder ein Grau auf Creme, das schön aussieht und das dein Kunde am Küchentisch in der Sonne nicht mehr entziffern kann. Und vieles mehr.

Claude hat nichts falsch gemacht. Es hat gemacht, was sie gesagt hat. Der Rest stand nicht in der Bestellung.

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Websites. Mein Auge macht den Unterschied, nicht ein Prompt.

2. Die eigentliche Arbeit ist nicht die Technik

Technisch geht es tatsächlich schnell. Mit Claude läuft das supereasy, und ich empfehle es genau so.

Der technische Teil ist bei einer Website trotzdem der kleinste.

Eine Website zu erstellen macht etwas mit dir und mit deinem Business. Du musst dich entscheiden, was du überhaupt anbietest. Du musst wissen, wie du das rüberbringst: mit welchem Ausdruck, mit welcher Geschichte dahinter, mit welchen Worten. Und diese Worte müssen zu dir passen, sonst spürt es dein Kunde sofort.

Diese Fragen kommen hoch, sobald die leere Startseite vor dir liegt. Wofür stehe ich? Wen will ich eigentlich? Was ist mein Hauptangebot, wenn ich mich für eines entscheiden müsste? Das sind unangenehme Fragen, weil sie an dein Selbstverständnis gehen. Und genau deshalb schieben so viele ihre Website seit Monaten und Jahren vor sich her. Das ist selten ein technisches Problem.

Claude kann dir das nicht abnehmen. Es kann dir Text vorschlagen, und der wird sprachlich sauber sein. Er klingt bloss nach niemandem. Er passt für jede beliebige Website und trifft deinen Wunschkunden nicht.

Das ist Arbeit an deiner Klarheit, an deinem Bewusstsein und an deinem Business. Die Technik kommt danach, und die ist dann der leichtere Teil.

3. Der rechtliche Teil bleibt liegen

Auf eine Website gehört einiges, das mit deinem Angebot nichts zu tun hat: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis, ein Kontaktformular mit dem passenden Hinweis dazu. Das muss alles rein, und zwar unabhängig davon, wie klein dein Business ist.

Ein kleines Beispiel dafür sind die Google-Schriften. Claude bindet sie am Anfang direkt von Google ein, und genau so eingebunden sind sie in Europa abmahnfähig. Du siehst davon nichts, die Seite sieht schön aus, und trotzdem kann dich das Geld kosten, bevor du über die neue Website den ersten Kunden gewonnen hast.

Genau daran denkt niemand, wenn er schnell schnell eine Website macht.

Und darin sehe ich das grösste Risiko für die Zukunft. Je einfacher es wird, eine Website zu erstellen, desto weniger beschäftigt sich jemand damit, was rechtlich eigentlich nötig wäre. Ungefragt sagt es dir Claude nicht.

4. Gefunden wirst du damit noch nicht

Claude optimiert nicht von Anfang an alles gut für deine Besucher und für Google.

Dazu kommt alles, was Claude von sich aus gar nicht erst anlegt: die Sitemap, die Seitenbeschreibungen für die Trefferliste, die strukturierten Daten, die Anmeldung bei Google, damit deine Seite überhaupt in den Suchergebnissen auftaucht. Nichts davon ist schwierig. Es passiert nur nicht, solange niemand danach fragt.

Und jetzt kommt der Teil, der mich selber überrascht hat. Bei meiner eigenen Umstellung habe ich gesagt: mach mir eine SEO-Optimierung. Ich habe es also ausdrücklich verlangt. Und als ich danach durchgegangen bin, hat trotzdem einiges gefehlt. Nicht weil Claude schlecht gearbeitet hätte, sondern weil „SEO-Optimierung" für mich etwas anderes bedeutet als für ein Sprachmodell. Ich musste einzeln nachfragen. Bei jedem Punkt, den ich kannte.

Genau darum geht es. Claude ist genial und macht vieles direkt richtig. Mit Erfahrung und klaren Anweisungen holst du das Optimum heraus. Ohne sie bekommst du das, was durchschnittlich erwartbar ist.

Dazu kommt eine zweite Ebene. Immer mehr Menschen suchen nicht mehr bei Google, sondern fragen ChatGPT oder Claude direkt nach einer Empfehlung. Diese Systeme lesen deine Seite ähnlich wie eine Suchmaschine. Eine sauber strukturierte Seite hat auch dort bessere Chancen. Eine hübsche mit chaotischem Aufbau fällt doppelt durch.

5. Zwischen „fertig" und „online" steht mehr, als du denkst

Nach der letzten Änderung liegt deine Website auf deinem Computer. Sie ist damit noch nicht im Internet.

Zu einer guten Website gehören eine passende Domain, ein gutes Hosting und eine E-Mail-Adresse, die zu deinem Namen passt statt zu einem Freemail-Anbieter. Dazu die Verbindung von allem, das SSL-Zertifikat und die Mail-Anbindung. Das muss zusammenspielen und danach so eingerichtet sein, dass du es selber bedienen kannst.

Genau das macht dir Claude nicht. Nichts davon ist schwierig, wenn du es einmal gemacht hast.

Ich sehe es bei Kundinnen immer wieder: die Seite ist fertig und gefällt ihnen, und dann bleibt sie wochenlang liegen, weil zwischen „fertig" und „online" noch ein Berg steht, den niemand erwähnt hat. Manche kaufen in dieser Phase eine Domain, die sie später bereuen, weil sie beim ersten Anbieter zugegriffen haben, der etwas anbot.

Und wenn du von WordPress oder einem Baukasten umziehst, kommt ein Punkt dazu, der teuer wird: deine alten URLs. Jede Inhaltsseite, die bei Google gelistet ist, muss auf die neue Adresse weitergeleitet werden. Passiert das nicht, sind deine Rankings weg, und du fängst nach Jahren wieder bei null an.

6. Ein ehrliches Gegenüber bekommst du nicht

Frag Claude, ob deine Startseite gut ist. Du bekommst eine freundliche Antwort. Es nennt dir, was gelungen ist, und macht dir Verbesserungsvorschläge, wenn du darum bittest.

Was es dir von sich aus kaum sagt: dass dein Angebot unklar bleibt, dass der erste Satz niemanden abholt, oder dass du dich hinter Fachbegriffen versteckst, weil du dich nicht traust, es direkt zu sagen. Claude wird dir nicht widersprechen, solange du es nicht ausdrücklich verlangst. Und selbst dann kennt es dich nicht.

Ein Mensch schaut anders auf deine Seite. Er sieht, wo du zögerst, und er kennt deine Kunden. Du kannst nachfragen, du bekommst eine echte Meinung, und du merkst am Gesicht deines Gegenübers, ob dein Satz ankommt.

Genau das fehlt, wenn du allein mit einem Chatfenster arbeitest.

Was du daraus mitnehmen kannst

Geh deine Seite einmal mit diesen sechs Punkten durch. Für die meisten davon brauchst du keine Hilfe, du musst nur wissen, dass es sie gibt. Genau das ist der Unterschied zwischen etwas, das nach Website aussieht, und einer Website, die dir Kunden bringt.

Und wenn du merkst, dass du bei mehreren Punkten nicht weiterkommst, dann liegt das nicht an dir. Es hat dir schlicht niemand gesagt, wonach du fragen musst.

Genau da setzt mein Kurs an. Ich mache ihn, weil ich Websites seit vielen Jahren liebe und mich immer wieder mit Webdesign beschäftige. Darum ist es mir nicht egal, ob du eine halbherzige Website hast, die zwar gut aussieht und am Ende trotzdem nichts bringt.

Ich gebe dir keinen fertigen Prompt in die Hand nach dem Motto „Prompt rein, Website raus". Ich führe dich gezielt durch, mit klaren Anweisungen, mit den passenden Prompts und mit konkreten Ideen für deine Seite. Am Ende ist deine Website online, und du kannst sie jederzeit selber bearbeiten. So einfach, wie es mit diesem Wissen im Rücken sein kann. Das verspreche ich dir.

Wenn dich das interessiert, dann klicke hier: Easy Website mit Claude.